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Tektonik

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          • -Kloster Altenhohenau
            • +Vollansicht verbergenKloster Altenhohenau AmtsbĂŒcher und Akten

              Vollansicht Bestand

              Archiv Bayerisches Hauptstaatsarchiv
              Bestandsbezeichnung: Kloster Altenhohenau AmtsbĂŒcher und Akten
              Titel des Findmittels: Kloster Altenhohenau AmtsbĂŒcher und Akten
              Überschrift des Findbuchvorworts: Vorwort
              Findbuchvorwort: I. Geschichte des Klosters Altenhohenau 1235 entstand das Dominikanerinnenkloster Altenhohenau als Stiftung des Grafen Konrad von Wasserburg als Ersatz fĂŒr dessen nicht vollzogenes Kreuzzugsversprechen. Wie Alois Mitterwieser schreibt, sei diese Stiftung „geradezu bahnbrechend“ gewesen, da es sich um das erste Frauenkloster des Dominikanerordens auf dem Lande gehandelt habe. Das Kloster zĂ€hlt somit zu den Ă€ltesten Dominikanerinnenklöstern in Bayern. Die Namen der Priorinnen und Klosterfrauen belegen, dass im Mittelalter hĂ€ufig Frauen aus dem Adel und der BĂŒrgerschaft der StĂ€dte und MĂ€rkte Wasserburg, Erding, Landshut und Burghausen in das Kloster eintraten. Im SpĂ€tmittelalter allerdings hatte das Kloster mit einem Mangel an Kandidatinnen zu kĂ€mpfen. Mitte des 15. Jahrhunderts belief sich die Zahl der Klosterfrauen auf eine niedrige zweistellige Anzahl. Erst gegen Ende des Jahrhunderts besserte sich die Situation unter der aus NĂŒrnberg stammenden Priorin Anna Zinner (1484-1512). Mehrere Frauen aus der Gegend um NĂŒrnberg traten in das Kloster ein. Auch der Zuzug aus Landshut, Burghausen, MĂŒnchen, Rosenheim, Wasserburg und anderen Orten der nĂ€heren Umgebung nahm wieder zu. In der FrĂŒhen Neuzeit bestand das Kloster meist aus 40 bis 50 Schwestern. HĂ€ufig stammten die Klosterschwestern nun aus dem BĂŒrgertum oder geadelten Beamtentum besonders aus der Residenzstadt MĂŒnchen, aber auch weiterhin aus der Umgebung. 1763 erreichte das Kloster mit 55 Schwestern seinen höchsten Personalstand und gehörte zu den grĂ¶ĂŸten Frauenklöstern in Bayern zu jener Zeit. In den ersten eineinhalb Jahrhunderten seines Bestehens existierte neben dem Frauenkonvent im Kloster Altenhohenau zudem parallel ein MĂ€nnerkloster. An der Spitze des Klosters stand die Priorin. Sie hatte die zentrale Leitungsfunktion inne und reprĂ€sentierte das Kloster nach außen. ErwĂ€hnenswert unter den Leiterinnen des Klosters ist besonders Columba Weigl (1713-1783), die als Mystikerin Bekanntheit erlangte. Alois Mitterwieser erarbeitete in seiner Studie „Altenhohenau am Inn“ (S. 53) eine Übersicht der Priorinnen seit 1285 bis zur Auflösung des Klosters 1803, auf die verwiesen wird. Dagegen sind fĂŒr die Anfangszeit die Priorinnen nicht bekannt. Mitterwieser vermutet, dass die Leitung des Klosters zunĂ€chst in der Hand des MĂ€nnerklosters gelegen hatte. Weitere erwĂ€hnenswerte Ämter im Kloster waren die Subpriorin als Vertreterin der Priorin sowie die Schaffnerin, der die Finanzverwaltung oblag. Die Ordensschwestern des Konvents unterteilten sich in Chorfrauen und Laienschwestern, letztere mussten meist einfachere Arbeiten verrichten. Auch fĂŒr das MĂ€nnerkloster ist eine Unterteilung in Geistliche (capellani) und LaienbrĂŒder (conversi) ĂŒberliefert. Die in das Kloster aufgenommenen Frauen waren zunĂ€chst sogenannte Kandidatinnen, deren Aufnahme mittels eines „Spaltbriefs“ (Aufnahmeurkunde) bescheinigt wurde. Mit der Bekleidung wurde die Kandidatin zur Novizin und mit der Ablegung der Profess (OrdensgelĂŒbde) erfolgte die Aufnahme in das Kloster als Ordensschwester. Kunsthistorisch bedeutsam ist die Klosterkirche St. Peter und Paul mit ihren Rokokomalereien und die dort aufgestellte gotische Holzfigur des „Kolumba-Jesulein“. Als Eigenbetrieb des Klosters ist die Klosterbrauerei zu nennen. In den letzten Jahren vor der SĂ€kularisation bestand eine MĂ€dchenschule fĂŒr die Pfarrei GriesstĂ€tt. ErwĂ€hnenswerte historische Ereignisse der Klostergeschichte, die sich auch quellenmĂ€ĂŸig im Bestand niedergeschlagen haben, sind die Ereignisse um die zeitweise in Altenhohenau residierende Herzogin-Witwe Margarete von Bayern in der Zeit des Landshuter Erbfolgekrieges, der DreißigjĂ€hrige Krieg oder auch die langjĂ€hrigen Streitigkeiten des Klosters Altenhohenau mit dem Benediktinerkloster Attel. 1803 erfolgte die Aufhebung des Klosters Altenhohenau aufgrund der SĂ€kularisierung. Die zur Abwicklung des Klosters eingesetzte Lokalkommission verkaufte das KlostergebĂ€ude samt Brauerei und Inventar an Privatpersonen. Die noch verbliebenen Nonnen erhielten allerdings ein Bleiberecht auf Lebenszeit zugestanden. Die privaten EigentĂŒmer des Klosters wechselten im 19. Jahrhundert mehrfach. 1922 erwarb der Dominikanerorden die Klosterkirche zurĂŒck und errichtete einen Klosterneubau. II. Grundbesitz des Klosters Altenhohenau Es lassen sich im Prinzip zwei grĂ¶ĂŸere Phasen der Grunderwerbung durch das Kloster fassen. Die erste, lĂ€ngere Phase beginnt mit der Erstausstattung des Klosters im 13. Jahrhundert und zieht sich verstĂ€rkt durch Kauf, Tausch und Schenkungen durch das 14. Jahrhundert. Anfang des 15. Jahrhunderts verfĂŒgte das Kloster ĂŒber einen verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kompakten Besitz in relativer NĂ€he zum Kloster. Mit dem Erwerb der Hofmark Laiming konnte das Kloster die Gerichtsherrschaft ĂŒber sich selbst erringen(1). Die Grundausstattung des Klosters Altenhohenau, die ihm Konrad von Wasserburg ab 1235 nach und nach verlieh, befand sich zunĂ€chst in unmittelbarer Umgebung des Klosters, so zwei Höfe in Moosham und Altenhohenau aus dem Eigengut Konrads. Dazu stiftete er eine Kirche, Höfe und den Zehnt im Bereich des Klostertals – Gut, das eigentlich dem Kloster Attel gehörte(2). Diese GĂŒter bewirtschaftete das Kloster offenbar in Eigenregie. In der Folgezeit konnte das Kloster weiteren Grundbesitz erwerben: 1239 durch Ulrich von Moosen(3) zwei Höfe zu Wetting und Hammersdorf bei Isen sowie Höfe bei Ebersberg und je eine Hube zu Emmering, Moosach und Welling. Aus dem Erbe des Wilhelm von Staufeneck kam 1250 eine halbe MĂŒhle bei Holzhausen. Ab 1255 folgten Stiftungen adeliger Grundbesitzer von Höfen und Knechten in Breitbrunn b. Attel und in Langkampfen b. Kufstein. 1257 verkaufte Eberhard von Schonsteten das Gut zu Simmerling und ein Hof in Kettenham. 1271 schenkte Herzog Ludwig II. einen Hof bei Weng und 1273 erhielt Adelheid von Moosen beim Eintritt in das Kloster einen Hof in Bozen als Mitgift. Mit dem Erwerb eines Guts zu Sunkenrot im Jahr 1300 ist eine erste Arrondierungstendenz festzustellen. Neben Besitz in relativer NĂ€he des Klosters ist bereits im Mittelalter weiterer Streubesitz nachweisbar. Dies resultierte zum einen aus Schenkungen (Umgebung von Markt Schwaben, Isen, Dorfen und MĂŒhldorf, gestiftet 1270 aus dem Besitz von Heinrich von Preysing) sowie nach 1285 aus Kauf bzw. Tausch einzelner Höfe und BauerngĂŒter in Niedermösling, Allersheim, Emering, Notzing, Hasel-, Hor-, und Litzlbach, Ödenkirchstetten, Niederkatzbach, Oberstrogn, Ober- und Unterneundling, Kronacker, Venusberg, Teinhofen und Hammersdorf sowie vereinzelter Besitzungen im Landshuter Umland (Mittergoldern, Kumhausen, Eching und Haunwang). Ein weiterer Grund fĂŒr abgelegenen Besitz war die Versorgung des Klosters mit Salz(4), KĂ€se und Wein. Zu diesem Zweck erwarb der Konvent GĂŒter und Abgabenrechte (1274 Patsch b. Innsbruck) in Tirol (1273 und 1274 die Schwaigen Dachsenbach und Obernpupfsdorf) und 1293 zwei Schwaigen bei Wartlstein (Kufstein). In der unmittelbaren Umgebung Altenhohenaus suchte das Kloster offenbar gezielt, Grundbesitz und Herrschaftsrechte zu erwerben. Im 14. Jahrhundert erweiterte es durch Erwerb und Tausch seinen Besitz innerhalb der Dorfgerichte GriesstĂ€tt, Laiming und Kerschdorf, beginnend 1300 mit dem Ankauf von Lehen, Eigengut, Holz- und Weiderechten der adeligen Familie von Laiming(5), gefolgt vom Erwerb eines Gutes in Bergham sowie in den Folgejahren von weiteren Höfen (Holzhausen, Kettenham, Laiming, Aschau, Schmiding). Ein ersten Vorstoß nach GriesstĂ€tt gelang dem Kloster 1321 durch Tausch mit Prantoch dem Tuntz, der dem Kloster seinen Maierhof zu GriesstĂ€tt ĂŒberließ. Im weiteren Verlauf des 14. Jahrhunderts erwarb das Kloster fĂŒr eine Geldsumme zudem das Dorf Laiming samt Gerichtsrechten. In der Hofmark Laiming lag das Kloster selbst mit seiner Eigenwirtschaft(6). Im benachbarten Kerschdorf, das schließlich im Landgericht Kling aufging(7), setzte das Kloster die Erwerbungen zwischen 1353 und 1439 fort. Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts konnten außerdem im Gericht Rosenheim (Kohlgrub bei Neubeuern, Westerndorf und Siegharting) und in den Gerichten Kling und Wasserburg (Saifsieden, Grasweg, Rettebach Forstern, Ried am Steinbuch, Lappach, Hebertsham, Diengersberg, Aigels- und Aschheim, Graben, Aigen, Thalham, Liedring bei Amerang, Lindach bei Obing) Erwerbungen erfolgen. Die letzte, jedoch zentrale, große Erwerbung des Klosters geschah Mitte des 17. Jahrhunderts mit der Erbschaft der adeligen Hofmark GriesstĂ€tt und Warnbach(8). UrsprĂŒnglich eine Besitzung der Familie von Schonstett, wurde sie 1573 an Alexander von Freyberg fĂŒr 14.000 fl. verkauft, der sie 20 Jahre spĂ€ter an Hans Georg von Etzdorff verĂ€ußerte. Dessen Witwe Anna wiederum verkaufte 1611 an den BĂŒrgermeister von Burghausen, Lazarus von Widmer. Dessen Sohn Jesaja verstarb 1667 ohne mĂ€nnlichen Erben. Allerdings waren zwei seiner Töchter um 1646 in das Kloster Altenhohenau eingetreten, womit das Kloster als erbberechtigt galt. Gegen eine geringe Abfindung einer weiteren Tochter kam das Kloster somit in die Hand einer reich ausgestatteten Hofmark inklusive Vogteirechten ĂŒber die Untertanen anderer Grundherren. 1594 umfasste die Hofmark Taverne, Handwerksbetriebe, Fischerei, Jagdrecht, Gehölze, die Dörfer Wörlham und Edenberg, eine große Anzahl an Höfen und Huben und Zehntanteile(9). 1752 spricht die GĂŒterkonskription von 37 7/8 Höfen mit einer erheblichen Anzahl von Grund- und Gerichtsuntertanen. Neben Eigengut war das Kloster mit mehreren Lehen ausgestattet. Bedeutend sind landesherrliche Lehen (Fischereirechte auf dem Inn und dem Urbarssee bei Eislfing) sowie Lehen der Grafen von Haag (Baumgartengut zu Pfaffing), des Bistums Freising (Wurm- und Springhof mit Sölden in Neuching) und nicht zuletzt des Erzstifts Salzburg (fĂŒnf GĂŒter bei Schnaitsee). Der Kauf des Oberhungerguts mit zugehörigen Sölden zu Kolbing schloss 1710 den Grunderwerb des Klosters vor der SĂ€kularisation ab. Zwei Besonderheiten sind herauszustellen. Erstens: zum Streubesitz des Klosters gehörten, wie erwĂ€hnt, Schwaigen zu Mittersill (die sogenannten Schar-GĂŒter), zu KitzbĂŒhel und zu Auerberg. Die geographische Lage der GĂŒter machte eine direkte Administration der Grunduntertanen unmöglich. Probleme bei der Einforderung der Abgaben waren daher an der Tagesordnung. Die mangelhaften Kontrollmöglichkeiten hatten auch den Effekt, dass die Grunduntertanen öfters ĂŒbersahen, bei VerĂ€ußerungen ihres Besitzes die Zustimmung des Klosters einzuholen. Von besonderer Konsequenz war dies im Jahre 1792, als das Kloster durch Teilung eines der SchargĂŒter plötzlich einen weiteren Grunduntertan in Mittersill hatte, von dem es gar nichts wusste(10). Die geforderten Abgaben – wohl auch Konsequenz der Entfernung – blieben bis zur SĂ€kularisation gleich. Diese GĂŒter hatten ihre GĂŒlt in Naturalien, und zwar drei Zentner KĂ€se, zu entrichten, die per Scharwerksdienst eines Rosenheimer Grunduntertanen in das Kloster verbracht wurden, wobei freilich entsprechende Salzburger und bayerische Zölle fĂ€llig wurden. Die zweite Besonderheit betrifft die Vergabeform der Salzburger Lehen. Die fĂŒnf GĂŒter (drei in Bergham, je zwei in Buchreit und Gattenham) waren als Teil des Erbes der Hofmark GriesstĂ€tt in den Besitz des Klosters gekommen. Die Vergabeform des Lehens wich von den ĂŒblichen Praktiken der Neubelehnung nach Haupt- bzw. Nebenfall ab. Das Kloster Altenhohenau musste unabhĂ€ngig davon alle zwölf Jahre die Belehnung erneuern lassen, was erhebliche Kosten und AufwĂ€nde verursachte, da nicht nur die Lehentaxen zu entrichten waren, sondern auch ein LehenstrĂ€ger in Salzburg gefunden und vergĂŒtet werden musste. Die Frist wurde bis zur SĂ€kularisation 1803 mehr oder weniger pĂŒnktlich eingehalten. Der Konvent von Altenhohenau hatte nach 1774 den Angaben von Mitterwieser folgend außerhalb seines Eigenguts und der Schwaige Warnbach 315 Grunduntertanen. Sieht man von einigen zu Erbrecht vergebenen Höfen und Beutellehen ab, scheint es, als hĂ€tte das Kloster seine GĂŒter bevorzugt zu Leibrecht vergeben. Zumindest lĂ€sst sich dahingehend die hohe Anzahl an Leibgerechtigkeitsprotokollen noch kurz vor der SĂ€kularisierung interpretieren(11). III. Forschungsstand Die historische Forschung zum Kloster Altenhohenau ist ĂŒberschaubar. Die weiterhin maßgebende Studie zum Kloster ist die durch den Staatsoberarchivar Alois Mitterwieser 1926 verfasste Klostergeschichte „Altenhohenau am Inn“. Daneben befasste sich Mitterwieser in einer weiteren Publikation mit der Klosterkirche und verfasste ergĂ€nzend verschiedene AufsĂ€tze zu Einzelaspekten der Klostergeschichte. Zudem erstellte Mitterwieser publizierte Regesten zum Urkundenbestand des Klosters. Die neuere Literatur zur allgemeinen Klostergeschichte vor 1802 beschrĂ€nkt sich ĂŒberwiegend auf knappe Zusammenfassungen. Leider nur schwer greifbar ist eine von Erich Wagner verfasste Magisterarbeit zur mittelalterlichen Geschichte des Klosters. Eine von Wagner begonnene Dissertation wurde nicht fortgefĂŒhrt. Hingegen steht fĂŒr die Klostergeschichte nach der SĂ€kularisation nunmehr ein lĂ€ngerer Aufsatz von Thomas K. Sauffert zur VerfĂŒgung. Zu Einzelfragen sind aus der neueren Literatur zwei Werke von Alfred Kaiser zu kunsthistorischen Fragen der Klosterkirche zu nennen. Karl Besler widmete dem Leben der Columba Weigl eine Studie. Zur Geschichte der Hofmark GriesstĂ€tt, etwa zur Orts- und Hofgeschichte, gibt das von der Gemeinde GriesstĂ€tt herausgebrachte „GriesstĂ€tter Heimatbuch“ Auskunft. Zu den Auseinandersetzungen mit dem Kloster Attel kann ergĂ€nzend die Klostergeschichte zum Kloster Attel von Laura Scherr herangezogen werden. Eine eingehende Untersuchung zur Wirtschaftsgeschichte des Klosters entstand zuletzt im Rahmen des DFG-Verbundprojekts „Schriftlichkeit in sĂŒddeutschen Frauenklöstern“: Die Dissertation von Melanie Hömberg “Wirtschafts(Buch)fĂŒhrung im Kontext. Der Umgang mit Schriftlichkeit in reformierten Frauenklöstern in SĂŒddeutschland” befasst sich in einem Hauptteil der Arbeit auf Grundlage der AmtsbĂŒcher ausgiebig mit den VerhĂ€ltnissen in Kloster Altenhohenau bis ins 16. Jahrhundert. IV. Überlieferung und Bestandsbildung Im Rahmen der Bestandsbildung zu Kloster Altenhohenau erfolgte im Zuge einer Kooperation des Bayerischen Hauptstaatsarchivs mit dem DFG-Projekt “Schriftlichkeit in sĂŒddeutschen Frauenklöstern” eine Erfassung und Feinverzeichnung der AmtsbĂŒcher und Archivalien aus der Zeit vor 1550, nĂ€mlich 12 Verzeichnungseinheiten (VZE) mit den Altsignaturen KL Altenhohenau 9, 11, 12, 14a, 19, 21, 22, 23, 23a, 23b, 24 und Kloster Altenhohenau Archivalien vorl. Nr. 3 (ehemals KL Fasz. 13 Nr. 1a-6)(12). Die Erfassung fĂŒr dieses Projekt ging ĂŒber die ĂŒbliche Verzeichnung hinaus, da z.B. die Ă€ußere Beschreibung wesentlich ausfĂŒhrlicher erfolgte, Namen von genannten Klosterschwestern und AmtmĂ€nnern sowie Ortsangaben ausfĂŒhrlich aufgenommen wurden, weshalb ein Unterschied im Umfang der Verzeichnung gegenĂŒber spĂ€teren Verzeichnungsarbeiten festzustellen ist. Daneben wurden bereits 2013 die aus dem Bestand KL Fasz. entnommenen Unterlagen mit Provenienz Kloster Altenhohenau als Kloster Altenhohenau Archivalien verzeichnet. FĂŒr die aktuelle Neuerschließung wurden diese Vorarbeiten grundlegend ĂŒberarbeitet und Betreffe hĂ€ufig auch neu formuliert. Nach dem Stand der Verzeichnung zum Abschluss der Bestandsbildung (01.09.2023) ist der Bestand nun aufgeteilt in Urkunden (939), AmtsbĂŒcher (172 VZE) und Akten (175 VZE). Die Altenhohenauer AmtsbĂŒcher beschĂ€ftigen sich vorwiegend mit grundherrlichen Angelegenheiten und dem Rechnungswesen. Außerdem gehört eine grĂ¶ĂŸere Gruppe von Brief-, Verhörs- und Gerichtsprotokollen sowie Nachlassinventaren zur Reihe der AmtsbĂŒcher. Ferner bilden die KirchenrechnungsbĂŒcher der Expositur GriesstĂ€tt einen grĂ¶ĂŸeren Block innerhalb der AmtsbĂŒcher. GriesstĂ€tt gehörte bis in das 19. Jahrhundert hinein als Expositur, d.h. weitgehend selbstĂ€ndige Filiale mit eigenem Priester, zur Pfarrei Eiselfing, wobei gewisse Pfarrrechte auch zwischen den Klöstern Attel und Altenhohenau strittig waren, etwa das PrĂ€sentations- und Patronatsrecht. Im Einzelnen verteilen sich die AmtsbĂŒcher auf die Rubriken Geschichte, Rechte und Privilegien (5 VZE), Grundherrschaft und Abgabenverwaltung (24 VZE), Lehenverwaltung (2 VZE), Gerichtsherrschaft (95 VZE), Finanzverwaltung (8 VZE), Expositur GriesstĂ€tt (28 VZE) und Klosteradministration nach 1803 (10 VZE). Bei den Akten mit insgesamt 175 Verzeichnungseinheiten ĂŒberwiegen insbesondere die Themen Grundherrschaft - ebenfalls mit einem Schwerpunkt auf den VerhĂ€ltnissen der Hofmark GriesstĂ€tt - und geistliches Leben sowie die Lehenverwaltung, die vor allem die Salzburger Lehen in Schnaitsee betrifft. Im Einzelnen sind hier die Rubriken Geschichte, Rechte und Privilegien (12 VZE), Geistliches Leben (28 VZE), Grundherrschaft und Abgabenverwaltung (89 VZE), Lehenverwaltung (31 VZE), Gerichtsherrschaft (2 VZE), Finanzverwaltung (4 VZE), Expositur GriesstĂ€tt (6 VZE), Schulwesen (2 VZE) und Klosteradministration nach 1803 (1 VZE) zu nennen. Folgende BestĂ€nde liegen dem neuformierten Bestand zugrunde: Aus der Provenienzanalyse des Bestands KL Faszikel (13/1-7, 13-16, 18-23, 23/2, 949-954, 1064-1066, 1097-1099) ergaben sich 204 VZE. Hinzu kommen vor allem AmtsbĂŒcher aus dem Bestand KL Altenhohenau (46 Einheiten), dem Bestand Briefprotokolle Wasserburg Nr. 601-682 (94 VZE) und Briefprotokolle Fasz. Nr. 38a (2 Einheiten). Zwei AmtsbĂŒcher aus den Archivalien Staatsverwaltung 1947 und KL IlmmĂŒnster 239 wurden dem Bestand ebenfalls einverleibt. Ebenfalls befand sich in GL Faszikel 1765, 51k ein Akt. V. ErgĂ€nzende BestĂ€nde Zu den wichtigsten ergĂ€nzenden Überlieferungen zĂ€hlen die bereits erschlossenen Urkunden des Klosters Altenhohenau. Im Bestand Plansammlung des Bayerischen Hauptstaatsarchivs finden sich Karten und LageplĂ€ne zum Kloster Altenhohenau; nĂ€here Informationen und die entsprechenden Signaturen bei Stauffert: Das Kloster Altenhohenau zwischen SĂ€kularisierung und Wiederbesiedelung, v.a. S. 179, 242-243. Im Bestand Kurbayern Landesdirektion von Bayern in Klostersachen finden sich unter 3. Spezialakten zu einzelnen Klöstern in Altbayern (Provinzen Bayern, Neuburg und Oberpfalz), 3.3 Altenhohenau (Dominikanerinnen) ebenfalls Unterlagen. Daneben weisen die BestĂ€nde Kurbayern Geistlicher Rat, Kurbayern HK Archivalien, Kurbayern Geheimer Rat Archivalien, Kurbayern Äußeres Archiv und Kurbayern Obere Landesregierung Unterlagen mit Bezug zum Kloster Altenhohenau auf. VI. Hilfsmittel und Literatur Hilfsmittel: Alois Mitterwieser: Regesten des Frauenklosters Altenhohenau am Inn, in: Oberbayerisches Archiv Bd. 54 (1909), S. 399-446, Bd. 55 (1910), S. 333-371, Bd. 58 (1914), S. 270-328 und Bd. 59 (1915), S. 383-472. Anja Freckmann/Juliane Trede: Katalog der lateinischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek MĂŒnchen, Wiesbaden 2016 (zu den Handschriften des Kloster Altenhohenau S. 3-299). Literatur: Karl Besler: Columba Weigl von Altenhohenau, 2. Aufl., [ohne Ort] 1991. Tertulina Burkard: Die Landgerichte Wasserburg und Kling (Historischer Atlas von Bayern, Altbayern 15), MĂŒnchen 1965. Gemeinde GriesstĂ€tt [Hg.]: GriesstĂ€tter Heimatbuch. Geschichte, Geschichten, Ortschaften, ihre HĂ€user und Bilder, Horn am Neckar 1996. Michael Hartig: Das Dominikanerinnenkloster Altenhohenau, in: Ders.: Die oberbayerischen Stifte. Die großen HeimstĂ€tten deutscher Kirchenkunst. Bd. II: die PrĂ€monstratenserstifte, die Klöster AltomĂŒnster und Altenhohenau, die Collegiatstifte, der Deutsch- und der Malteserorden, die nachmittelalterlichen begĂŒterten Orden und Stifte, MĂŒnchen 1935, S. 37 – 40. Melanie Hömberg: Wirtschafts(Buch)fĂŒhrung im Kontext: der Umgang mit Schriftlichkeit in reformierten Frauenklöstern in SĂŒddeutschland. Dissertation, LMU MĂŒnchen, https://edoc.ub.uni-muenchen.de/19134/1/Hoemberg_Melanie.pdf (2013), aufgerufen am 31.08.2023. Alfred Kaiser: Altenhohenau am Inn (Christliche Kunst in Bayern, Heft 1), Salzburg 1996. Ders.: Sub Tuum Praesidium. Ein Beitrag zur Ikonografie der Dominikanerinnen-Klosterkirche St. Peter und Paul in Altenhohenau, in: Heimat am Inn 14/15 (1996), S. 149-194. Gerhard Leidel: Kloster Attel und der Inn, in: Heimat am Inn 26/27 (2006/2007), S. 269-326. Alois Mitterwieser: Aus den alten Pfleggerichten Wasserburg und Kling, Wasserburg am Inn 1927 (dort besonders S. 44-64). Ders.: Die Klosterbrauerei Altenhohenau am Inn [Manuskript], Bayerisches Hauptstaatsarchiv H5736 Ders.: Die Klosterkirche Altenhohenau (= Die Kirchen in der Gegend um Rosenheim Heft 11), Rosenheim 1914. Ders.: Das Dominikanerinnenkloster Altenhohenau am Inn (1235 bis heute), Augsburg 1926. HSA/8 F 1 da /B II D /1 Ders.: Dreimalige Flucht der Klosterfrauen von Altenhohenau, in: Ders.: Drangsale des 30jĂ€hr. Krieges im Chiemgau, Traunitz bei Landshut 1918, S. 1 – 9. Ders.: Herzogin Margaret, Äbtissin von Neuburg/Donau. Die letzte der Landshuter Wittelsbacher, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, NF 3 (1913), S. 294-314. Laura Scherr: Nichts Genaues weiß man nicht? Die Geschichte der Abtei Attel am Inn im Überblick, in: Heimat am Inn 26/27 (2006/2007), S. 43-84. Thomas K. Stauffert: Altenhohenau. Dominikanerinnen am Inn, o.D., http://www.hdbg.eu/kloster/index.php/detail/geschichte?id=KS0211, aufgerufen am 18.12.2019. Thomas K. Stauffert: Das Kloster Altenhohenau zwischen SĂ€kularisierung und Wiederbesiedelung, in: Heimat am Inn 18/19 (2000), S. 175-244. Erich Wagner: Die Geschichte des Dominikanerinnenklosters Altenhohenau wĂ€hrend des Mittelalters, Magisterarbeit an der Ludwig-Maximilian-UniversitĂ€t MĂŒnchen [Manuskript], MĂŒnchen 1999. (1) Vgl. Kloster Altenhohenau Urkunden Nr. 192. BestĂ€tigung der Gerichtsrechte durch Herzog Ludwig. (2) Vgl. Kloster Altenhohenau Urkunden Nr. 3. (3) Vgl. Kloster Altenhohenau Urkunden Nr. 5. (4) Bis zur Durchsetzung des herzoglichen Salzmonopols besaß das Kloster eine Salzpfanne in Reichenhall und weitere kleinere Besitzungen, vgl. Mitterwieser, S. 7. (5) Vgl. Kloster Altenhohenau Urkunden Nr. 79. (6) Vgl. HAvB, Landgerichte Wasserburg und Kling, S. 294. (7) Vgl. HAvB, Landgerichte Wasserburg und Kling, S. 157. (8) Offensichtlich befand sich der Hofmarkssitz ursprĂŒnglich in Warnbach und wurde spĂ€ter in das nahe GriesstĂ€tt verlegt. Aus den Archivalien geht hervor, dass es jedoch Mitte des 18. Jahrhunderts womöglich doch eine Trennung in die einzelnen Bestandteile GriesstĂ€tt und Warnbach gab, was jedoch noch der genaueren ÜberprĂŒfung bedarf, vgl. Kloster Altenhohenau AmtsbĂŒcher und Akten 28 u. 29. Sowohl bei Mitterwieser, S.21, als auch im HAvB, Landgerichte Wasserburg und Kling, S.294, wird eine IdentitĂ€t der Hofmark GriesstĂ€tt angenommen. (9) Vgl. Kloster Altenhohenau AmtsbĂŒcher und Akten 22. (10) Vgl. Kloster Altenhohenau AmtsbĂŒcher und Akten 295. (11) Vgl. Kloster Altenhohenau AmtsbĂŒcher und Akten 20. (12) Neue Signaturen: Kloster Altenhohenau AmtsbĂŒcher und Akten 6, 11, 12, 127, 26, 224, 21, 214, 2, 1, 173, 193.
              Verzeichnet von: Dr. Peter Urbanek, Bettina Knabl, Dr. Rainer Scharf sowie Referendarinnen und Referendaren der 4.QE (2018-2020) und AnwÀrtern der 3.QE (2017-2020)
              ErgÀnzende Hinweise: Die Bestellnummer 3 ist nicht belegt. Warnbach siehe auch GriesstÀtt
              Kernlaufzeit des Findmittels: 1235-1804
              Umfang AE: 347
              EAD-Archivaliengattung: Akten
              Sprachcode: ger
              Schriftcode: Latn
              Überschrift des Hinweisfeldes im Findbuch Hinweise zum Bestand und zum Register
              Jahr der Fertigstellung 2023
              Letzte Änderung am Findmittel 07.09.2023
              Archiv: Bayerisches Hauptstaatsarchiv
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