(Un)Schuld erzählen – NS-Biographien in Spruchkammerakten des Staatsarchivs München
„(Un)Schuld erzählen – NS-Biographien in Spruchkammerakten des Staatsarchivs München“ ist die Blogreihe zur Entnazifizierung und ihrer Überlieferung. Am 5. März 1946 wurde das Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus verabschiedet, kurz: das Befreiungsgesetz. Das Staatsarchiv München nimmt den Jahrestag zum Anlass, sich 2026 in einer Reihe von Beiträgen auf dem Blog „Archive in Bayern“ mit der Entnazifizierung zu beschäftigen, die mit dem Gesetz begonnen hat. Vorgestellt wird die wichtigste Quellengruppe, die es dafür gibt: die Spruchkammerakten. Alle Deutschen über 18 Jahre, die Mitglied in der NSDAP oder einer der anderen Organisationen des NS-Staates gewesen waren, mussten sich vor diesen Kammern rechtfertigen. Die Quellengruppe eröffnet Einblicke in Verfahren, Biografien und kollektive Erzählungen zur Geschichte des Nationalsozialismus. Die Akten erzählen von Verantwortung und Schuld, von Beschönigung und Verdrängung – aber auch von Prozessen des Erinnerns und Aushandelns. Das Staatsarchiv München stellt einzelne Personen im Spiegel ihrer Spruchkammerakten vor, seien es bekannte Persönlichkeiten oder Menschen, deren Geschichten lange verborgen blieben. Forscherinnen und Forscher geben auf Basis der Akten Einblicke in die Quellenkunde und in Methoden der Auswertung. Wir erklären, was in den Akten steckt und welche Erkenntnisse sie li